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Ein Glossar, das übersetzt statt abschreckt

Hand aufs Herz: Begriffe wie „Pflegepersonaluntergrenzenverordnung“ gewinnen keinen Schönheitspreis. Sie klingen nach Verwaltung und Distanz. Doch beim Medizinischen Dienst Bremen ist diese Sprache das Präzisionswerkzeug. Wenn wir eine „Niederschrift“ anfertigen, sichern wir Rechte. Wenn wir „Vikos“, also digitale Meetings, abhalten, nutzen wir digitale Wege für schnellere Entscheidungen. Während wir uns an Paragrafen orientieren, orientieren wir uns damit an den Interessen der Solidargemeinschaft der Versicherten in Bremen und Bremerhaven. Wir haben in einem kleinen Workshop Mitarbeitende aus dem MD Bremen gebeten, Begriffe aus ihrem Alltag zu nennen und zu sagen, was für sie hinter dem Vokabular steht. Wir haben es übersetzt und illustriert.

Befundanforderung
Schriftliche oder digitale Aufforderung an Ärztinnen/Ärzte, Pflegeeinrichtungen oder andere Leistungserbringer, medizinische Unterlagen, Testergebnisse oder Gutachten bereitzustellen, damit eine fundierte Begutachtung oder Prüfung durchgeführt werden kann.

Niederschrift
Schriftliche Dokumentation eines Gesprächs, einer Besprechung oder einer Begutachtung, die Inhalte, Entscheidungen und gegebenenfalls Vereinbarungen nachvollziehbar festhält und rechtlich oder organisatorisch als Referenz dient.

Sozialmedizinische Voraussetzungen
Kriterien, die im Rahmen der Sozialmedizin erfüllt sein müssen, damit eine Leistung oder Maßnahme von der Krankenkasse übernommen werden kann. Sie berücksichtigen sowohl die medizinische Notwendigkeit als auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte, um eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung sicherzustellen.



Individuelle Pflegesituation
Die spezifische Lebens- und Versorgungssituation einer Person, die Art und Umfang der pflegerischen Unterstützung, den Gesundheitszustand, soziale Rahmenbedingungen sowie persönliche Bedürfnisse berücksichtigt, um passgenaue Leistungen und Hilfen zu planen und zu bewerten.

Außerklinische Intensivpflege
Rund-um-die-Uhr-Pflege und medizinische Betreuung von Menschen mit schwerer, lebensbedrohlicher Erkrankung oder Beatmungspflicht außerhalb eines Krankenhauses, z. B. zu Hause oder in spezialisierten Pflegeeinrichtungen, unter Einbeziehung von Pflegefachpersonen, Therapieangeboten und technischer Überwachung.
 


Interdisziplinäre Teams
Gruppen von Fachkräften aus unterschiedlichen Berufsrichtungen (z. B. Medizin und Pflege), die gemeinsam an der Beurteilung, Planung und Umsetzung von Maßnahmen arbeiten, um eine ganzheitliche, qualitätsgesicherte Versorgung sicherzustellen.

Gleitzeit
Arbeitszeitmodell, das Mitarbeitenden flexible Beginn- und Endzeiten ihrer täglichen Arbeitszeit erlaubt, innerhalb festgelegter Kernzeiten und Gesamtstunden, um persönliche Planung und betriebliche Abläufe optimal zu verbinden.


Vergabeprozess
Formeller Ablauf zur Auswahl von Dienstleistern, Lieferanten oder Dienstaufträgen nach festgelegten Kriterien, der Transparenz, Fairness und Wirtschaftlichkeit sicherstellt und die Grundlage für verbindliche Vertragsabschlüsse bildet.

KHVVG
Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz – Gesetz zur Neustrukturierung der Krankenhausversorgung in Deutschland, das Vorgaben zu Leistungsgruppen, Strukturvoraussetzungen, Qualität und Wirtschaftlichkeit definiert und unter anderem die Prüfungen durch die Medizinischen Dienste regelt, um eine effiziente, bedarfsgerechte und qualitätsgesicherte Versorgung sicherzustellen.



Nachmittagstüröffnung
Interne Regelung zur Dienstplanung, die sicherstellt, dass Mitarbeitende auch am späten Nachmittag für Besucherinnen und Besucher in der Falkenstraße zuständig sind und ihnen bei Bedarf nicht nur die Tür öffnen, sondern ihnen bei ihren Anliegen weiterhelfen. Ein wichtiger Prozess, aber ein typisches Beispiel für Amtsdeutsch.